»Wusstet ihr, dass Jimi Hendrix hier in London kurzzeitig eine Wohnung hatte, die direkt neben dem früheren Haus von Georg Friedrich Händel lag?«
Aus: Tin Pan Alley
Und in genau dieser Wohnung eröffnete am 10. Februar 2016 das Londoner Jimi-Hendrix-Museum. Die Eintrittskarten für den ersten Tag waren bereits vorab ausverkauft und die Presse berichtete ausführlich (siehe Foto).
Dabei gab es Schlagzeilen wie »How to Handel your Hendrix« in Anspielung auf die - durch ein paar Jahrhunderte getrennten - musikalischen Nachbarn. Die einzelnen Artikel schienen auch fast in einem Wettstreit zu stehen, wer die seltsamsten Fakten und Anekdoten über Jimi Hendrix zusammentragen kann. Oder wusste schon irgendjemand, dass Hendrix gerne Monopoly spielte? Dass sein Vater dachte, es wäre »Teufelswerk«, dass Jimi Linkshänder war? Dass Jimi Kissen und Vorhänge für seine Wohnung ganz spießig bei John Lewis (einem Kaufhaus in der nahen Oxford Street) kaufte? Oder dass er behauptete, er hätte Händels Geist gesehen? Angeblich beschrieb er ihn als »einen alten Typen im Nachthemd und mit einem grauen Pferdeschwanz«.
Die Wohnung wurde für insgesamt 2,4 Millionen Pfund renoviert und ausgestattet. Da Hendrix oft Interviews in seiner Wohnung gab, existieren zahlreiche Fotos anhand derer die Einrichtung rekonstruiert werden konnte. Bis hin zu Details wie dem besagten Monopoly-Spiel, einem alten Bang und Olufsen-Plattenspieler und einem Songbook mit Bob Dylan-Songs. Gegenstände, die nicht käuflich erworben werden konnten, wurden extra angefertigt, um dem Original so nah wie möglich zu kommen.
Und zum Schluss noch ein finanzielles Kuriosum: Hendrix zahlte Ende der 60er Jahre dreißig Pfund Miete die Woche - heute kostet der Eintritt ins Museum zehn Pfund.
Neben dem regulären Museumsbetrieb finden auch regelmäßig Veranstaltungen wie Vorträge und Konzerte statt. Mehr Informationen unter handelhendrix.org
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Montag, 29. Februar 2016
Sonntag, 11. Januar 2015
Demnächst: Tin Pan Alley & Capital Porios
Ein Gitarrendieb macht London unsicher ... eine Leiche im Backstagebereich der Berliner Waldbühne ...
Zwei neue Fälle für die All-Girl-Rockband The Poriomaniacs!
In der Kurzgeschichte Tin Pan Alley reisen Debbie und Myra nach London, um ein erholsames Wochenende zu verbringen. Natürlich kommt alles ganz anders ...
In Capital Porios unterbrechen die Poriomaniacs die Arbeiten an ihrer neuen CD für ein paar Tage, um ein Konzert auf der legendären Waldbühne zu geben. Dass bei der After-Show-Party eine Leiche auftaucht, stand allerdings nicht auf dem Plan!
Tin Pan Alley und Capital Porios demnächst überall, wo es eBooks gibt!
(Und bald auch als Taschenbuch.)
Donnerstag, 8. Januar 2015
Leseprobe Capital Porios
»Ich glaub’s einfach nicht!«, rief Debbie und starrte auf Stellas
Laptop. Auf dem Bildschirm war eine Ankündigung für ein zweitägiges
Open-Air-Festival auf der Berliner Waldbühne zu sehen. Ganz oben prangte der
Schriftzug der Poriomaniacs, die an Tag eins als Headliner auftreten würden.
Doch es war nicht Begeisterung über den kommenden großen Auftritt,
die die Reaktion von Leadsängerin und Rhythmusgitarristin Debbie hervorgerufen
hatte. Natürlich freute sich Debbie - genauso wie ihre Bandkolleginnen Kyla,
Myra und Stella - riesig auf das in wenigen Tagen stattfindende Konzert auf der
berühmten Waldbühne, doch nun hatte etwas ihre Vorfreude ganz erheblich
getrübt.
»Das darf doch nicht wahr sein! Wer hat die nur engagiert?« Debbie
griff sich mit beiden Händen in die langen blonden Locken und schlug ihre Stirn
gegen die Tischplatte.
»Was ist denn hier los?«, fragte Kyla, die gerade mit einem Becher
Kaffee in der Hand den Raum betreten hatte. Fragend sah die Bassistin
Schlagzeugerin Stella an. »Sieht Debbie endlich ein, dass ihre neuen Songs
nichts taugen?«
Stella schüttelte den Kopf und drehte ihren Laptop so, dass Kyla den
Bildschirm sehen konnte. Dann tippte sie mit dem Zeigefinger auf den Namen
einer Band, der einige Zeilen unter dem der Poriomaniacs stand.
Kyla trat näher heran und beugte sich vor, um zu lesen, was da stand.
»The Honking Hornberries«, las sie halblaut vor. »Was ist das denn für ein
bescheuerter Bandname?«
Debbie stöhnte laut und theatralisch auf. Kyla sah erst ihre
offensichtlich verzweifelte beste Freundin - von der sie allerdings nur den
Hinterkopf sehen konnte, da Debbie immer noch mit der Stirn die Tischplatte
küsste - und dann Stella an. »Was denn?«, fragte sie und zog eine Augenbraue
hoch.
»Weißt du das denn gar nicht? Das ist die Band von Debbies Ex Dirk!«,
informierte Stella sie.
Kyla schlug sich die freie Hand vor die Stirn. »Ohmegod, Dirk! Den
gibt’s auch noch? Diesen Vollpfosten hatte ich vollkommen verdrängt. Der spielt
bei den Honking Hornberries? Und die dürfen mit uns auf der Waldbühne
auftreten?«
Erneut stöhnte Debbie laut auf. Doch nun hob sie den Kopf von der
Tischplatte und sah Kyla mit waidwundem Blick an. »Ich wollte diesen, diesen
...« Die sonst so schlagfertige und wortgewandte Debbie suchte nach Worten.
»... Saftsack nie, nie wieder sehen. Und jetzt muss ich mir mit dem am Samstag
eine Bühne teilen«, klagte sie.
»Naja, jetzt übertreib’s mal nicht«, meinte Kyla. »Die spielen als
zweites und wir beschließen den Abend. Dazwischen treten noch eins, zwei, drei,
vier weitere Bands auf, von Bühne teilen kann also keine Rede sein.«
»Wir könnten ja Tommi bitten, dass er vor unserem Auftritt noch mal
feucht durchwischt«, schlug Stella vor. »Damit auch die letzten Dirk-Bazillen
beseitigt sind.«
»Na, da kann er aber einen großen Eimer Desinfektionsmittel
mitbringen«, kommentierte Kyla trocken.
Debbie rang sich ein kleines Lächeln ab. »Das will ich sehen, wie
Tommi die Waldbühne wischt.«
Tommi war der langjährige Tourmanager der Poriomaniacs, mit dem alle
vier Bandmitglieder eine höchst emotionale Hassliebe verband. Bis jetzt hatte
Tommi es allerdings geschafft, nicht gefeuert zu werden - was aber zu einem
guten Teil einfach nur am Mangel an Alternativen lag.
»Aber was mach ich, wenn der Backstage rumhängt? Ich brauche
Bodyguards, mindestens ein halbes Dutzend!«
»Bodyguards? Wieso brauchst du Bodyguards?«, ließ sich eine Stimme
von der Tür her vernehmen. Jetzt hatte auch Leadgitarristin Myra den
Aufenthaltsraum betreten, in dem die Poriomaniacs sich gerade ein wenig von den
Arbeiten an ihrer neuen CD erholten.
»Ein besonders doofer Exfreund von Debbie tritt auch beim Festival
auf«, sagte Stella.
Myra ließ sich auf das Sofa fallen und streckte die Beine aus. »Ohoh,
ganz schlecht«, kommentierte sie.
Debbie tippte mit einem Fingernagel gegen Stellas Computerbildschirm.
»Kann man die nicht noch irgendwie feuern? Ich mein, eine Band, die sich The
Honking Hornberries nennt, dürfte man doch eigentlich sowieso nicht rauslassen.«
»Stimmt, die gehören alle in eine geschlossene Anstalt«, hieb Kyla in
die gleiche Kerbe wie Debbie.
»The Honking Hornberries?«, ließ sich Myra aus dem Hintergrund
vernehmen. »Hatten die nicht erst vor ein paar Monaten einen Riesenhit? Wie
hieß der Song noch gleich ...«
»Pictures of You and Me«, antwortete Stella.
»Was, diese abgeschmackte Pseudo-Ballade ist von denen?«, staunte
Kyla. »Das hatte ich gar nicht mitgekriegt.«
Stella zog den Laptop zu sich heran und ließ die Finger über das
Keyboard gleiten. »Da schau«, sagte sie und zeigte Kyla die Produktseite eines
großen Onlinehändlers.
Links prangte eine Abbildung des Singlecovers, daneben befanden sich
Informationen zum Song, ein Link zu den für den Song abgegebenen Bewertungen
und ein Kauf-Button.
»Verdammt viele Sterne für so einen Scheißsong«, ätzte Kyla.
»Los, scroll runter und klick an, dass der Verkauf dieses Produktes
für dich nicht akzeptabel ist«, schrie Debbie und fuchtelte mit den Armen.
Kyla prustete los. Debbie sah aber auch zu lustig aus, wie sie da
wild herumgestikulierte, mit zerzausten Haaren und irrem Blick.
»Soll ich nicht lieber auf die Hörprobe klicken?«, stichelte Stella.
»Untersteh dich«, brüllte Debbie.
»Ich weiß gar nicht, was du hast«, meinte Kyla. »Der Text von Pictures
of You and Me ist auch nicht mehr oder weniger kitschig als das, was du
hier so angeschleppt hast.«
Mit diesen Worten wies Kyla auf einen Stapel mit Ausdrucken, der
neben Debbie auf dem Tisch lag. Auf dem obersten Blatt hatte Debbie sich gerade
Notizen gemacht, als Stella mit ihrem Laptop und der niederschmetternden
Neuigkeit, dass die Hornberries auch beim Festival auftreten würden, ankam.
»Jaja, mach mich nur fertig«, grummelte Debbie und griff nach ihren
Songtexten. »Als wäre es nicht schlimm genug, dass ich diesen Arsch von Dirk
sehen muss ...«
Wird es Debbie gelingen, Dirk aus dem Weg zu gehen? Und warum schreibt sie plötzlich so komische Songtexte? Um Capital Porios kostenlos zu lesen, trag dich einfach für meinen Newsletter ein und du erhältst Capital Porios als eBook (mobi oder ePub) per E-Mail: http://bit.ly/freePorio
Wird es Debbie gelingen, Dirk aus dem Weg zu gehen? Und warum schreibt sie plötzlich so komische Songtexte? Um Capital Porios kostenlos zu lesen, trag dich einfach für meinen Newsletter ein und du erhältst Capital Porios als eBook (mobi oder ePub) per E-Mail: http://bit.ly/freePorio
Mittwoch, 31. Dezember 2014
Demnächst: The Poriomaniacs - Capital Porios - Cover Reveal
Eine Leiche im Backstagebereich der Berliner Waldbühne - ein
Fall für die All-Girl-Rockband The Poriomaniacs.
Debbie, Kyla, Myra und Stella arbeiten intensiv an ihrer
neuen CD. Nur kurz wollen Sie die Aufnahmen unterbrechen, um bei einem Festival
auf der legendären Waldbühne aufzutreten. Ihr Konzert ist ein voller Erfolg,
doch dann wird die allgemeine Hochstimmung empfindlich getrübt: Tourmanager
Tommi findet eine Leiche im Gebüsch.
Kommen die Poriomaniacs dem Mörder auf die Spur? Wird Debbie
ihre Schreibblockade überwinden? Und warum lernt Kyla so eifrig Spanisch? All
diese Fragen beantwortet Capital Porios.
Capital Porios - ein Chick-Lit-Krimi - erscheint im Januar 2015.
Montag, 29. Dezember 2014
Demnächst: The Poriomaniacs - Tin Pan Alley - Cover Reveal
London wird von einer seltsamen Diebesserie heimgesucht:
Jemand klaut ausschließlich Gitarren, die einst Jimi Hendrix gehörten.
Als Debbie und Myra während eines Kurzaufenthalts in London
von diesen Diebstählen erfahren, ist es vorbei mit dem eigentlich geplanten
Erholungsurlaub. Gemeinsam mit Myras Cousin Matt und dessen Freund Jamie setzen
sie alles daran, den Gitarrendieb dingfest zu machen.
Tin Pan Alley - eine Poriomaniacs-Kurzgeschichte - erscheint im Januar 2015.
Freitag, 26. Dezember 2014
Leseprobe: The Poriomaniacs - Wicked Weimar
FREUDE SCHÖNER GÖTTERFUNKEN
(An die Freude)
»Ohmeingottistdasgeil«, rang Debbie nach Luft und nach Worten.
»Nu hyperventilieren se ma nich gleich«, versuchte Kyla sie zu beschwichtigen.
Vergeblich. Mit seligem Lächeln auf den Lippen beugte Debbie sich über den Schreibtisch und betrachtete den Globus, die elegant geschwungene Uhr, die Kerzenleuchter, das filigrane gläserne Tintenfässchen, die hölzerne Tabaksdose mit der Perlmuttscheibe auf dem Deckel, das aufgeschlagene, in altdeutscher Schrift gesetzte Buch und schließlich das Manuskriptblatt, das da lag als wäre der Verfasser gerade erst von seiner Arbeit aufgestanden, hätte diese nur kurz unterbrochen und würde jeden Moment wieder zur Tür hereinkommen und wäre nicht schon seit zweihundert Jahren tot. Sogar der Federkiel lag noch da, quer über dem Monolog der Marfa aus dem zweiten Akt des Demetrius. Man musste schon genau hinsehen, um zu bemerken, dass keine feuchte Tinte am Federkiel klebte und dass die Manuskriptseite nicht das Original sondern ein Faksimile war und unter Glas lag.
Debbie konnte sich kaum losreißen. Langsam ließ sie ihren verzückten Blick wandern. Die drei grünen Bücherregale an der Längsseite des Raumes, der Klingelzug, das schmale Bett ...
»Wie die zu vier Kindern gekommen sind, würd mich auch mal interessieren«, unterbrach Kyla äußerst profan Debbies Gedankengang.
Kylas Blick ruhte ebenfalls auf dem handtuchschmalen Bett, das in der Ecke hinter Schillers Schreibtisch stand.
Empört funkelte Debbie sie an. »Denkst du eigentlich immer nur ans Poppen? Spürst du nicht den Hauch der Geschichte, der uns hier umweht?«
»Hm, ja, 's zieht 'n bisschen ... Sind Sie denn bald mal fertig mit Kucken? Können wir denn bald mal gehen?«, quengelte Kyla.
»Kulturbanausin.« Debbie rümpfte die Nase. »Sie können ja schon allein ins Hotel gehen - ich schau mir das hier ganz genau an.«
Sie steckte ihr immer noch gerümpftes Näschen ganz tief in ihr neu erworbenes Buch Schillers Wohnhaus in Weimar.
»Ich mein, die Gitarre, die nebenan an der Wand hängt, ist ja wohl nur geil«, lenkte Kyla ein. »Die geh ich mir mal eben nochmal ankucken.«
Debbie folgte Kyla in das sogenannte Gesellschaftszimmer, die Nase immer noch tief in ihrem Buch vergraben.
»Die haben Gitarre damals Guitharre buchstabiert«, verkündete sie, »und das Teil ist aus Ahorn-, Fichten- und Ebenholz.«
»Die isch ja sooo kloi«, trällerte Kyla begeistert und legte den Kopf schief, um die seltsamen dicken Saiten besser betrachten zu können.
Debbie blickte von ihrem Buch auf. »Also ich könnt da nicht drauf spielen. Du?«
Kyla schüttelte den Kopf so heftig, dass ihre langen rotbraunen Haare nur so flogen. »Nee, aber Myra bestimmt. Die kann alles spielen, wenn's nur genug Saiten hat.«
Debbie hatte mittlerweile weiter in ihrem Buch geblättert. Plötzlich lachte sie auf. »Das muss ich dir vorlesen: Schillers Sohn Karl hat über seinen Vater geschrieben ... da er selten zu Mittag wegen des späten Aufstehens aß, verband er das Mittag- und Abendessen gewöhnlich.«
Kylas Augen wurden ganz rund vor Staunen. »Ich hätte nie gedacht, dass es etwas gibt, was ich mit Friedrich Schiller gemeinsam habe!«
Kyla vergaß sogar, dass sie vor ein paar Minuten noch gedrängelt hatte und spähte über Debbies Schulter in das Buch. Aufmerksam studierte sie den Lageplan des zweiten Stockwerks. »Da, im Schlafzimmer und im Ankleideraum waren wir noch nicht.«
Einträchtig wanderten die beiden in Schillers Schlafzimmer, dass jedoch zu ihrer beider großen Enttäuschung bis auf ein Bild und eine eindeutig moderne Stehlampe leer war. »Aber 'ne schücke Tapete«, kommentierte Kyla, die langsam doch auf den Geschmack kam.
Im Ankleideraum studierten sie gründlich Schillers Kleiderliste aus dem Jahr 1804, die im Buch abgedruckt war.
»Nein, kuck dir mal das an! Ein Paar lederne Hosen - Lederhosen, Gitarre anner Wand, spät aufstehen - der Typ war 'n Rocker!« Kyla kriegte sich kaum noch ein vor Begeisterung. »Langsam wird mir der Knabe sympathisch! Schade, dass er schon tot ist, ich tät ihm glatt 'ne Freikarte für unser Konzert spendieren.«
Am übernächsten Abend würden The Poriomaniacs, die Band von Deborah Lorenz-Feldtkeller, Leadgesang und Rhythmusgitarre, und Kyla-Glädje Sylvass, Leadgesang und Bass, ein Konzert im Congress Centrum Neue Weimarhalle geben.
Da die kulturbegeisterte Debbie, deren Geschmack extrem weitgefächert war und von Shakespeare bis Quentin Tarantino reichte, noch nie in Weimar gewesen war, aber unbedingt einmal auf Schillers und Goethes Spuren wandeln wollte, hatte sie diese sehr frühe Anreise geplant.
Kyla fiel zwar - wie von Debbie richtig festgestellt - eher in die Kategorie Kulturbanausin, hatte sich aber spontan zum Mitkommen entschlossen, als sie im Internet Fotos des Fünfsternehotels sah, das als poriomanisches Domizil in Weimar auserkoren war.
»Bauhaus, Goethe, Schiller und den ganzen andern Kram, von dem du so schwärmst, kannste behalten, aber dieser Whirlpool schreit geradezu nach mir! Und bevor die Tour weitergeht noch zwei Tage Entspannung im Luxushotel sind mir grad recht!«
Die Poriomaniacs hatten bereits zwanzig Konzerte ihrer aktuellen Tour absolviert. Bei ihren beiden ersten großen Tourneen hatten sie jeweils über dreißig Konzerte am Stück gespielt und immer nur hie und da einen Day Off eingestreut. Der ging dann meistens für die Anreise zum nächsten Konzertort drauf. Solche Strapazen wollten sie sich nicht wieder antun, darum hatten sie diesmal ihre Tour in zwei Teile unterteilt und zwischendurch zwei Wochen Konzertpause eingeplant.
Doch Urlaub war für die Poriomaniacs trotzdem nicht angesagt gewesen in diesen vierzehn Tagen. Vor ein paar Tagen war die zweite Singleauskopplung aus ihrer neuen CD Hot & Bothered erschienen, ein Song mit dem Titel Love is a Lonely Business. Natürlich musste ein Videoclip gedreht werden und diverse TV-Shows wurden mit der geballten poriomanischen Anwesenheit beehrt. Vervollständigt wurde das Quartett durch Leadgitarristin Myra Kuhn und Schlagzeugerin Stella Marconi, die beiden würden aber erst am Tag des Konzertes in Weimar eintreffen. Myra und Stella wollten sich vor dem ersten von vierzehn weiteren Konzerten noch ein wenig zu Hause erholen - und Kyla eben im Fünfsternehotel.
Und so hatten Debbie und Kyla also heute Mittag Schlag zwölf im wunderschönen WeimarerDorint Hotel direkt am Park an der Ilm eingecheckt.
Doch aus Kylas Entspannungsplänen wurde vorerst nichts, denn Debbie hatte sie dann doch gnadenlos mitgeschleift, als es an die Erkundung des Klassikerstädtchens ging. Als allererstes stand natürlich ein Besuch im früheren Wohnhaus des von Debbie so leidenschaftlich verehrten Friedrich Schiller auf dem Plan. Und da Debbie alles ganz genau betrachtet hatte, zwei komplette Rundgänge durch das gesamte Haus gemacht und jedes Detail in ihrem Buch über das Schillerhaus nachgeschlagen hatte, hatte diese Besichtigung natürlich wesentlich länger gedauert als Kyla eigentlich lieb war. Als die beiden wieder an die frische Luft kamen, war es bereits kurz vor achtzehn Uhr. Und während Debbie immer noch ihren schwärmerischen Gesichtsausdruck zur Schau trug, dachte Kyla mittlerweile nur noch an eins.
»So, und wo gibt's jetzt was Essbares? Möglichst in der Nähe, Sie wissen, ich lauf nicht so gern.«
Debbie gruschtelte den kleinen Weimarstadtplan aus ihrer Handtasche, den sie im Hotel bekommen hatten.
»Wie wär's mit dem Restaurant im Hotel Elephant? Das ist gleich am Markt hier ums Eck.«
Sie setzten sich in Bewegung, doch Kyla hatte Bedenken. »Ich glaub, das ist mir zu aufgebrezelt. MäcDoof wär mir lieber.« Irgendwas hatte Kyla heute immer zu maulen. Schon fand sie den nächsten Anlass - sie kamen an einem Café vorbei, dessen im Freien stehende Stühle und Tische gerade zusammengeräumt wurden und im Laden daneben drehte man gerade das Schild an der Tür um auf Geschlossen.
»Das gibt's ja wohl nicht«, ereiferte Kyla sich. Mit dramatischer Geste sah sie auf ihre Armbanduhr. »Ladenschluss achtzehn Uhr! Wo sind wir denn hier gelandet?«
»Hier zählen halt mehr die geistigen Werte und nicht so sehr das Materielle«, sinnierte Debbie.
Kyla starrte sie sprachlos und komplett genervt an. Normalerweise war Debbie die Shopperin vor dem Herrn und Ladenschluss war eins ihrer persönlichen Unworte des Jahres aber im Moment schwebte sie mindestens fünf Zentimeter über dem Boden.
Doch dann erblickte Kyla den Marktplatz mit seinen zahlreichen Wurstbuden und war selig. In Windeseile hatte sie eine Thüringer Rostbratwurst erstanden und überzog diese großzügig mit Ketchup. Nun war es Debbie, die etwas zu mäkeln hatte. »In meinem Weimarreiseführer steht, dass man Thüringer Rostbratwurst mit Senf isst, niemals mit Ketchup!«
»Mir doch egal«, schmatzte Kyla, »du bist ja nur neidisch, weil du grad mal wieder eine deiner vegetarischen Phasen hast!«
Immer noch futternd drehte sie sich im Kreis. »In welche Richtung geht's zum Hotel? Ich hab für heute genuch geseh'n von diesem malerischen Städtchen, jetz hab ich ein Date mit einem Whirlpool und der wartet schon sehnsüchtig auf mich! Morgen kommt Tommi angereist und dann hat man ja doch keine ruhige Minute mehr.«
Mittwoch, 25. Juni 2014
The Poriomaniacs ... machen's kurz: Gratis ebook
Der kostenlose Einstieg in die Welt der Poriomaniacs: Zurzeit gibt es die Kurzgeschichtensammlung The Poriomaniacs ... machen's kurz gratis, u. a. bei amazon.
Die Poriomaniacs, All-Girl-Rockband mit kriminalistischem Faible, verschlägt es in den drei Kurzgeschichten nach Paris, Stuttgart und Genua. Dort müssen sich die Bandmitglieder Debbie, Kyla, Myra und Stella mit Drohbriefschreibern, ermordeten Groupies und Drogenhändlern auseinandersetzen.
“The Poriomaniacs … machen's kurz” enthält die drei Chicklit-Kurzkrimis “Paris Calling”, “Killesberg? - Killerberg!” und “Genua Rocks” - perfekt, um die Wartezeit auf Capital Porios, den nächsten Roman mit den Poriomaniacs zu verkürzen.
Donnerstag, 29. August 2013
Gratis E-Book: The Poriomaniacs ... machen's kurz
Seit heute nur für einige wenige Tage kostenlos zu haben: Drei Kurzkrimis, die Debbie, Kyla, Myra und Stella nach Paris, Genua und Stuttgart führen.
Link zum kostenlosen Download für Kindle:
In Paris bekommen Kyla und Alejandro es mit einem anonymen Drohbriefschreiber zu tun, was ihnen sogar den Spaß an der Aussicht aus ihrem Hotelzimmerfenster verdirbt.
In Stuttgart gerät das Konzert der Poriomaniacs auf der Freilichtbühne am Killesberg in Gefahr, als am Nachmittag vor der Show ein Groupie auf dem Konzertgelände ermordet wird.
In Genua schließlich treiben sich die Poriomaniacs mit allerlei zwielichtigen Gestalten an der berühmten Hafenpromenade herum und wickeln dabei auch noch buchstäblich einen Mörder ein.
Dienstag, 27. August 2013
The Poriomaniacs ... machen's kurz
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Montag, 26. August 2013
Out now: The Poriomaniacs ... machen's kurz
Das Taschenbuch ist bereits erhältlich (und zwar hier: http://amzn.to/1fdJpxs), das eBook kommt demnächst.
In Paris Calling bekommen Kyla und Alejandro es mit einem anonymen Briefeschreiber zu tun, in Killesberg? - Killerberg! muss die Band wegen dem Mord an einem Groupie fast ihr Konzert absagen und in Genua Rocks stellen die Porios fest, dass auch in den schönsten italienischen Küstenstädtchen mit Drogen gehandelt wird.
In Paris Calling bekommen Kyla und Alejandro es mit einem anonymen Briefeschreiber zu tun, in Killesberg? - Killerberg! muss die Band wegen dem Mord an einem Groupie fast ihr Konzert absagen und in Genua Rocks stellen die Porios fest, dass auch in den schönsten italienischen Küstenstädtchen mit Drogen gehandelt wird.
Mittwoch, 21. August 2013
Cover Reveal - The Poriomaniacs ... machen's kurz
Nicht mehr lange bis zum Erscheinungstermin des ersten Bandes mit Kurzgeschichten rund um die Poriomaniacs.
Kyla und Alejandro bekommen es in Paris Calling mit einem anonymen Briefeschreiber zu tun, in Killesberg? - Killerberg! muss bereits vor dem Konzert ein Groupie das Leben lassen und in Genua Rocks greifen die Poriomaniacs beherzt in eine Mordermittlung ein.
Cover-Illustration: © triling - Fotolia.com
Kyla und Alejandro bekommen es in Paris Calling mit einem anonymen Briefeschreiber zu tun, in Killesberg? - Killerberg! muss bereits vor dem Konzert ein Groupie das Leben lassen und in Genua Rocks greifen die Poriomaniacs beherzt in eine Mordermittlung ein.
Cover-Illustration: © triling - Fotolia.com
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Dienstag, 9. Juli 2013
Pretty books all in a row ...
Das gesamte bisherige poriomanische "Werk" hübsch nebeneinander aufgereiht. Demnächst kommt dann noch ein Band mit Kurzgeschichten hinzu ...
Donnerstag, 13. Juni 2013
Leseprobe aus The Poriomaniacs - Rome Eternal
The Poriomaniacs - Rome Eternal erscheint demnächst als Taschenbuch und als e-Book.
Debbie, Kyla, Myra und Stella verschlägt es dieses Mal nach Rom. Dort sollen sie eigentlich nur einen Videoclip vor historischer Kulisse drehen und einen TV-Auftritt absolvieren - doch natürlich kommt alles mal wieder ganz anders ...
Hier das erste Kapitel:
Debbie, Kyla, Myra und Stella verschlägt es dieses Mal nach Rom. Dort sollen sie eigentlich nur einen Videoclip vor historischer Kulisse drehen und einen TV-Auftritt absolvieren - doch natürlich kommt alles mal wieder ganz anders ...
Hier das erste Kapitel:
Ready? - Play!
»Ein bisschen überdekoriert hier, findste
nicht?«
Kyla ließ ihren
Blick durch die Hotellobby schweifen und musste ihrer Bandkollegin Debbie recht
geben: Wer auch immer für die Einrichtung des Gran Hotel Parco dei Principi verantwortlich
zeichnete, er hatte sich wahrlich die größte Mühe gegeben, dem Besucher alles
vorzuführen, was Rom stilmäßig von der Antike bis zur Renaissance zu bieten
hatte.
Da tummelten sich
antikisierende Büsten, Statuen und Vasen zwischen mit Brokatstoff bezogenen
Sesseln und Sofas, von der Decke hingen Kristalllüster und an den Wänden
Ölgemälde, bei deren Anblick jeder wahre Renaissancekünstler im Grabe rotieren
würde. Hier hatten nicht nur die üppig gerafften Gardinen eine Goldkante, hier
war Blattgold eingesetzt worden, wo es nur ging.
Den beiden anderen
Bandmitgliedern, Myra und Stella, schien es bei diesem Anblick vollständig die
Sprache verschlagen zu haben.
Mit offenen Mündern
und staunenden Augen folgten sie Debbie und Kyla über den spiegelblanken,
Marmor imitierenden Boden zum Rezeptionstresen, hinter dem sie bereits ein
Hotelangestellter in dunkelblauer Uniform erwartete.
»Das ist ja
schlimmer als Gelsenkirchener Barock«, flüsterte Kyla Debbie ins Ohr, »das ist
Römischer Overkill!« Debbie kicherte, wurde aber schnell wieder ernst.
»Also, wenn die
Zimmer genauso eingerichtet sind, weiß ich nicht, ob ich hier wohnen kann!«
»Wer weiß,
vielleicht sehen in Rom alle Hotels so aus? Schicke Designhotels im
minimalistischen Stil sind hier vielleicht gesetzlich verboten?«
Debbie, Kyla, Myra
und Stella - gemeinsam The Poriomaniacs - waren nach Rom gekommen, um
einen Videoclip zu ihrer neuesten Single A Little Left of Heaven zu
drehen. Außerdem standen ein Auftritt im italienischen Fernsehen und diverse
Pressetermine an.
Während Debbie und Stella schnurstracks am Flügel
vorbei durch die großen Glastüren nach draußen eilten, um den Hotelpool zu
besichtigen und Myra den Antransport des gesammelten poriomanischen Gepäcks
überwachte, ließ Kyla sich in einen der üppig gepolsterten Sessel neben der
Rezeption fallen.
Die Check-in-Formalitäten überließen die Porios
lieber ihrem langjährigen Tourmanager Tommi, mit dem alle Bandmitglieder eine
tiefe Hassliebe verband. Während also Tommi mit sämtlichen Reisepässen an der
Rezeption stand und die Meldescheine ausfüllte, blickte Kyla sich intensiv in
der Lobby um.
Debbie hatte recht, wer auch immer hier als Innenarchitekt
tätig gewesen war, hatte selten wenig Geschmack. Der Sessel, in dem sie gerade
eher lag als saß, hatte doch allen Ernstes Troddeln. Troddeln! Aber wenigstens
war das hässliche Teil bequem. Kyla fläzte sich noch ein bisschen tiefer in die
Polster.
Quer gegenüber befanden sich die beiden Hotelaufzüge
- natürlich mit goldenen Türen. Eine dieser Lifttüren glitt gerade auf, als
Kylas träger Blick sie streifte. Gerade wollte sie ihren Blick schon weiter
wandern lassen, da legte sie stattdessen einen lupenreinen, hollywoodreifen
Double-Take hin: Was war das denn? Oder vielmehr: Wer war das denn? Da
stieg doch gerade der absolute Wahnsinn eines Mannes aus dem Aufzug.
Kyla war plötzlich hellwach, setzte sich gerade
hin und spähte aufmerksam quer durch die Lobby. Der Traumtyp hatte sich
zielstrebig nach links gewandt und verschwand aus Kylas Sichtfeld. Das durfte
natürlich nicht sein, dass sie ihn gleich wieder aus den Augen verlor, wo sie
ihn doch gerade erst entdeckt hatte. Und Kyla hatte in ihrem Leben schon jede
Menge Männer entdeckt, aber so einer war ihr noch nie untergekommen. Etwas
längere schwarze, leicht gelockte Haare, dunkler Teint und eine Figur ...
eine Figur zum Niederknien!
Kurz entschlossen wuchtete Kyla sich aus ihrem
Sesselmonster und stöckelte hinterher. Der Schöne war in einem langen Gang,
dessen Wände hellgrüne Seidentapeten und unzählige auf alt getrimmte Ölschinken
zierten, verschwunden. Etwas ratlos sah Kyla sich um, da fiel ihr Blick auf ein
zwar kleines, aber nicht gerade dezentes Goldschild, das in verschnörkelter
Schrift verkündete, dass sich das Hotelrestaurant geradeaus und der Fitness
Room links um die Ecke befände.
Ah, klar,
dachte Kyla, dieser Body muss natürlich in Form gehalten werden. Kurz
blieb sie unentschlossen vor dem Schild stehen und kaute nachdenklich auf ihrem
rechten Daumennagel herum. Doch wenn es um das Aufreißen von Männern ging,
hatte Kyla langjährige Erfahrung und darum dauerte es nicht allzu lange und
sie hatte den perfekten Plan. Eilig kehrte sie in die Lobby zurück.
Tommi hatte mittlerweile alle Anmeldeformalitäten
erledigt, das Gepäck war zu Myras vollster Zufriedenheit in die Lobby befördert
worden und die beiden Hotelpagen hatten genaue Anweisungen bekommen, auf
welche Zimmer welche Gepäckstücke zu verbringen wären.
Auch Debbie und Stella kehrten gerade angeregt
plaudernd von ihrer Pool-Besichtigungstour zurück. Tommi verteilte die
Zimmerschlüssel, Kyla schnappte sich das Pappetui mit dem aufgedruckten
Hotellogo, das die Schlüsselkarte für Zimmer 315 enthielt, und hängte sich bei
Stella ein. Gemeinsam steuerten sie auf den Lift zu. Kylas plötzliche
Anhänglichkeit löste bei Stella leichtes Befremden aus.
»Was ist denn mit dir los?«
»Liebste Stella, du müsstest mir ganz schnell
einen ganz dringenden Gefallen tun«, flötete Kyla und drückte auf den Knopf mit
der 3.
Als sich im dritten Stock die Lifttüren öffneten,
stürmte Kyla voran in Richtung Stellas Zimmer.
»Was hast du denn?«, maulte Stella und schob die
Schlüsselkarte in den Schlitz neben der Tür. Kyla drückte die Tür auf, rannte
fast ins Zimmer und stürzte sich auf Stellas Gepäck.
»Wo sind deine ganzen Sportklamotten drin?« Ohne
auf eine Antwort zu warten, wuchtete sie eine von Stellas Taschen auf das Bett
und wollte sie öffnen. Aber natürlich hatte Stella ihre Habseligkeiten mit
einem kleinen Vorhängeschloss vor unbefugtem Zugriff gesichert. Ungeduldig
winkte Kyla Stella zu. »Schlüssel!«, forderte sie.
Kopfschüttelnd kramte Stella in ihrer Handtasche
und warf Kyla einen kleinen silbernen Schlüssel zu. »Verrätst du mir vielleicht
auch mal, was das Ganze soll? Warum bist du so scharf auf mein Gepäck? Pack
doch erstmal dein eigenes aus.«
Während Kyla den Reißverschluss der Tasche aufzog,
ließ sie sich endlich zu einer Erklärung herab. »Du musst mir unbedingt ein
paar von deinen Fitnessklamotten leihen. Die haben hier einen ganz tollen
Fitnessraum, da muss ich unbedingt sofort hin!«
Skeptisch zog Stella die Augenbrauen hoch. Kyla
hasste Sport und das war allgemein bekannt. Kyla ging nur ins Fitnessstudio,
wenn es gar nicht anders ging. »Du willst in den Fitnessraum? Jetzt sofort?«
Kyla nickte so eifrig, dass ihre langen rotbraunen
Haare nur so flogen, während sie den Inhalt von Stellas Reisetasche einer
ersten Musterung unterzog.
Als sie anfing, wahllos Kleider aus der Tasche zu
ziehen und auf das Bett zu werfen, hatte Stella genug. Bestimmt und nicht allzu
sanft schob sie Kyla zur Seite, weg von ihrer Tasche. »Immer mit der Ruhe, ich
mach das schon. Die Fitnessklamotten sind in der anderen Tasche.«
Betont langsam stellte Stella die erste Tasche weg
und hob ihre kleinere Sporttasche auf das Bett. Ebenso betont langsam suchte
sie in ihrer Handtasche nach dem Schlüssel für diese Tasche und schloss das
kleine Vorhängeschloss auf. Kyla konnte kaum noch an sich halten und trat vor
Ungeduld von einem Bein auf das andere. »Nun mahach schon«, quengelte sie.
Wieder sah Stella sie mit hochgezogenen Augenbrauen
an. »Wie wär's, wenn du mir anvertraust, woher deine urplötzliche Begeisterung
für Fitness kommt?«
Kyla zog einen Flunsch. »Jetzt komm, zier dich
nicht so. Rück einfach ein paar Klamotten raus, reden können wir später.«
Endlich hatte Stella die Tasche geöffnet und zog
ein knappes schwarz-pinkes Nike-Top heraus. Begeistert riss Kyla es ihr aus der
Hand. »Das ist genau, was ich brauche! Schön eng und sexy, jetzt noch was für
untenrum und Schuhe.«
»Ah ja, eng und sexy«, murmelte Stella, die eine
gewisse Ahnung anwandelte, was Kyla im Fitnessraum vorhatte.
Im Handumdrehen wurde Kylas Outfit mit einer
schlichten schwarzen Stretchhose und silbernen Joggingschuhen komplettiert.
Kyla raffte alles an sich und rannte fast zur Tür. »Vielen Dank! Du kriegst die
Sachen so schnell wie möglich wieder«, trällerte sie und schon fiel die Tür
hinter ihr ins Schloss.
»Hoffentlich in gereinigtem Zustand«, seufzte
Stella und ließ sich auf das Bett fallen.
Auf dem Hotelflur stieß Kyla in ihrer Hast fast
mit Debbie zusammen.
»Hey, wohin so eilig?«
»Keine Zeit, wir reden später«, sagte Kyla und
wollte sich an Debbie vorbeidrängeln. Doch die hielt sie am Arm fest und
musterte sie. »Was hast du denn mit den Klamotten vor?«
»Ich sag doch: Wir reden später!«, wollte Kyla sie
abspeisen. Doch so leicht ließ sich ihre Co-Frontfrau nicht abwimmeln.
Debbie kniff die Augen zusammen. »Was auch immer
du vorhast«, meinte sie in tadelndem Tonfall, »vergiss nicht, dass wir um 17
Uhr den Termin mit unserem Clip Director haben.«
Hauptgrund des Aufenthalts der Poriomaniacs in Rom
waren die Dreharbeiten für den Videoclip zu ihrer demnächst erscheinenden
Single A Little Left of Heaven. An diesem Nachmittag wollten sie sich
mit dem Regisseur des Clips zu einer Vorbesprechung treffen, um das Konzept
für das Video zu diskutieren. Die Dreharbeiten sollten dann am übernächsten
Abend beginnen, da ein Großteil des Clips vor der Szenerie des nächtlichen
Roms spielen würde.
Bereits am Abend zuvor stand ein Auftritt in einer
italienischen Fernsehsendung auf dem Programm. Oder besser gesagt: Die
Aufzeichnung für eine der populärsten Samstag-Abend-Shows Italiens. Dort
würden die Poriomaniacs ebenfalls ihren Song A Little Left of Heaven zum
Besten geben.
»Jaja, keine Sorge, das vergess ich nicht, aber
jetzt muss ich wirklich los«, grummelte Kyla, befreite sich von Debbie und
hastete davon.
Kopfschüttelnd blickte Debbie ihr nach, als sie um
die Ecke verschwand. Da steckt doch sicher schon wieder irgendein Kerl
dahinter, dachte sie. Typisch Kyla, kaum ins Hotel eingecheckt, schon
hat sie wieder irgendwas am Start.
Im Gegensatz zu
Stella hasste Kyla Sport über alles. Sie war der festen Überzeugung, die vielen
Live-Konzerte der Poriomaniacs, bei denen sie sich regelmäßig bis an die
Grenze der Erschöpfung verausgabte, wären Fitnesstraining genug. Stella
hingegen ging fast jeden Morgen joggen, stemmte mit hingebungsvoller Leidenschaft
Gewichte und war die Queen aller Rudermaschinen. Von Stellas passiver
Sportbegeisterung ganz zu schweigen: Sie ließ sich kaum eine wichtige Fußballübertragung
im Fernsehen entgehen. Einmal kam sie wegen eines Länderspiels der deutschen
Nationalmannschaft, das in die Verlängerung ging, sogar zu spät zu einem
Konzert.
Kyla war wie gesagt
das genaue Gegenteil. Deshalb überlegte sie auch während der Liftfahrt
krampfhaft, was sie im Fitnessraum anstellen sollte. Sie musste ja erst einmal
zumindest so tun, als hätte sie den Fitnessbereich aufgesucht, um zu
trainieren.
Sobald sie das
Objekt ihrer Begierde dann gesichtet hätte zwischen Hanteln, Steppern,
Crosstrainern und all den anderen Foltergeräten, die so ein Fitnessraum bereithielt,
würde sie dann einen gezielten Schlachtplan entwickeln, um mit diesem
Traumtypen ins Gespräch zu kommen.
Hoffentlich steht
der nicht gerade auf dem Laufband, wenn ich komme, dachte sie und
musterte sich kritisch im Spiegel des Fahrstuhls.
Zum Glück hatten
Kyla und Stella fast die gleiche Kleidergröße, nur die Schuhe waren ein wenig zu groß, aber das war
egal, denn Kyla hatte ja schließlich auch nicht vor, sich ernsthaft sportlich
zu betätigen. Das pink-schwarze Top saß schön knapp und ließ ein wenig von
Kylas flachem Bauch hervorblitzen, die hautengen Hosen betonten ihre Kurven. Kyla hätte nie
gedacht, dass sie sich in Sportklamotten so sexy fühlen könnte. Die langen
rotbraunen Haare hatte sie im Nacken zusammengedreht und festgesteckt.
Hoffentlich ergab
sich schnell eine Gelegenheit, diesen Latin Lover anzubaggern. Nicht, dass sie
sich stundenlang mit Spinning beschäftigen müsste. Dann würde sie zwangsläufig
ins Schwitzen geraten, das schicke pinke Top würde hässliche Schweißflecken bekommen
und Kyla am Ende gar einen roten Kopf. Nein, nein, sie würde sich einfach ein
Paar möglichst leichte Hanteln schnappen, mit denen sie ein wenig
herumhantieren könnte. Betonung auf ein wenig.
Sie reckte das Kinn
und überprüfte noch ein letztes Mal ihr Make-up im Spiegel. Der Fahrstuhl
machte Pling, sie war im Untergeschoss angekommen, jetzt musste sie nur
noch das Objekt ihrer Begierde finden.
Auf in den Kampf, dachte sie, atmete
noch einmal tief durch und verließ den Aufzug.
Ihre ganzen
Überlegungen hätte Kyla sich sparen können: Als sie den Fitnessbereich betrat,
sah sie ihn mit einem Handtuch um den Hals an der Bar stehen, wo er sich gerade
ein großes Glas Orangensaft munden ließ.
Super, kein Sport,
direkt zum Angriff, freute sich Kyla.
Gesagt, getan.
Zielstrebig steuerte
sie auf den Traumtypen zu. Er hatte den Kopf weit in den Nacken gelegt, sodass
Kyla seinen braungebrannten Hals bewundern konnte. Fasziniert beobachtete sie,
wie sich ein einzelner Schweißtropfen aus den langen schwarzen Locken löste
und langsam über seine Kehle rann.
Dir würd ich ja zu
gern direkt an die Gurgel gehen, dachte sie. Ich hoffe, du bist willig. Und
bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt. Angesichts so viel klassischer
männlicher Schönheit konnte man schon mal Goethe zitieren.
Dann machte er es
ihr auch noch leicht. Als er seinen Orangensaft geleert hatte und das Glas abstellte,
erblickte er Kyla und lächelte sie an.
Sehr gut. Willig.
Definitiv willig, dachte Kyla, erwiderte das Lächeln und schwang ihren Hintern
elegant auf den Barhocker neben dem
Schönen.
»Was immer du da
gerade hattest, hätte ich auch gern«, eröffnete sie forsch.
Er setzte sein Glas ab und sah sie groß an. Doch
bereits nach wenigen Sekundenbruchteilen zog ein strahlendes Lächeln über
sein Gesicht.
Kyla lächelte zurück und warf sich in Positur,
sodass ihr tiefes Dekolleté bestmöglich zur Geltung kam.
»Hello«, sagte der Schöne und intensivierte
sein Lächeln, »I'm Alejandro, nice to meet you.«
»Hi, ich bin Kyla-Glädje, aber nenn mich einfach
Kyla«, strahlte Kyla zurück. Dann nickte sie zu seinem leeren Glas. »Und?
Bekomm ich jetzt einen Drink?«
»Aber selbstverständlich«, antwortete Alejandro
und winkte dem Barista.
Wenig später standen zwei frischgepresste Multivitaminsäfte
vor ihnen auf dem Tresen und sie waren in ein angeregtes Gespräch vertieft.
Es stellte sich heraus, dass Alejandro aus
Kolumbien kam, Tennisprofi war und an den zur Zeit im Foro Italico
stattfindenden Italian Open teilnahm. Für morgen war sein Drittrundenmatch
angesetzt und im hoteleigenen Fitnessraum hatte er gerade ein paar
Aufwärmübungen absolviert, bevor er seine tägliche Laufrunde durch den Park der
Villa Borghese starten wollte. Doch angesichts so reizender Gesellschaft
konnte die Laufrunde natürlich auch noch ein Weilchen warten.
Kyla berichtete Alejandro selbstverständlich auch
von ihrer eigenen Karriere mit den Poriomaniacs - dass demnächst eine neue
Single aus ihrer dritten CD Hot & Bothered erscheinen würde und sie
nun zu Videoclipdreharbeiten und Promoaktivitäten nach Rom gekommen waren.
Natürlich dauerte es nicht lange bis gegenseitige
Einladungen ausgesprochen wurden: Kyla würde Alejandro am Abend zur
Spielerparty begleiten und ihn am nächsten Tag bei seinem Match anfeuern. Dafür
würde Alejandro sich den Auftritt der Poriomaniacs bei Star Taxi, der italienischen TV-Show, ansehen.
Schnell tauschten sie noch ihre Handynummern aus,
dann musste Alejandro wirklich sein Training fortsetzen, da gerade schon sein
Fitness-Coach mit suchendem Blick aufgetaucht war und tadelnd auf die Uhr
blickte.
»Jetzt muss ich leider wirklich gehen, sonst bekomme
ich Ärger mit Erubiel«, meinte Alejandro, beugte sich vor und verabschiedete
sich mit einem Küsschen auf die Wange von Kyla.
Yes,
dachte Kyla triumphierend, das läuft ja wie geschmiert!
Great Shot!
Wie von Sinnen stürmte Kyla in Debbies Zimmer.
»Was hat dich denn gebissen?«, grummelte Debbie,
die es sich gerade mit einem Buch auf der opulent gepolsterten Couch bequem
gemacht hatte und krampfhaft versuchte, die goldlastige Kitsch-Umgebung auszublenden.
Kyla warf sich mit Karacho in einen Sessel und
fing an, sich die silbernen Sportschuhe auszuziehen.
Alarmiert setzte Debbie sich auf. »Warst du
joggen, oder was? Untersteh dich, hier die Schuhe auszuziehen und mir die Bude
vollzumüffeln!«
Kyla winkte ab und streifte die Schuhe von den
Füssen. »Nix Sport, das ist nur Maskerade!«
Debbie staunte. »Du verkleidest dich mit Sportklamotten?«
Kyla holte tief Luft und legte los. In größtmöglicher
Ausführlichkeit berichtete sie Debbie sämtliche Details ihrer Begegnung mit
Alejandro.
»Er sieht einfach fantastisch aus! Und für heute
Abend hat er mich zur Players' Party im ChiChi eingeladen, das ist
irgend so ein In-Night-Club hier in Rom. Und morgen werde ich mir sein Match
bei den Italian Open anschauen - wie wär's, wenn du mitkommst! Allein ist mir
da sicher langweilig ... also während des Matches jetzt ...«
Debbie rümpfte die Nase. »Tennis? Das ist doch
wohl nicht dein Ernst? Überhaupt Sport ...«
»Ach komm schon«, quengelte Kyla, »beim Tennis
gibt's doch immer so supi tolle VIP-Bereiche, da kann man sich die Wampe
vollschlagen und Schampus saufen ... okay, Wampe vollschlagen sollten wir
uns vielleicht lieber nicht, sonst sehen wir beim Videodreh aus wie Caligulas
Zwillingsschwestern und nicht wie sexy ranke schlanke Vestalinnen, aber
Schampus geht ja wohl immer.«
Debbie nickte. »Das ist nun auch wieder
wahr ...«
»Und du bekommst so 'n VIP-Bändel ums Handgelenk
und darfst überall hin!«, unterbrach Kyla sie.
Debbie war schon fast überredet. VIP-Armbändchen
waren natürlich was Feines, damit konnte man sich schön wichtig machen.
»Außerdem: Wenn ich hier im Hotel keine fünf
Minuten nach Ankunft so ein dermaßen scharfes Teil wie Alejo sichte ...
Wie sehen denn dann die ganzen anderen Spieler aus? Vielleicht finden wir für
dich morgen gleich auch noch einen? Oder vielleicht auch schon heute Abend auf
der Party?«
Jetzt war Debbie vollends überzeugt. »Was zieht
man denn da an?«, wollte sie von Kyla wissen, erhob sich von der Couch und ging
zum Kleiderschrank.
Prüfend musterte sie den Inhalt des vollgepackten
Schrankes, in dem sich dicht an dicht die vollen Bügel drängten, sich T-Shirts
und Wäsche in den Fächern stapelten und etliche Paar Schuhe den gesamten Bodenraum
ausfüllten. »So viel hab ich ja nun nicht dabei für die paar Tage ...«
»Vielleicht noch mal shoppen gehen?«, überlegte
Kyla.
»Das, meine Liebe, ist natürlich immer eine sehr
gute Idee, lass uns den beiden anderen Bescheid sagen.«
Wenig später trafen sich die Porios gestiefelt und
gespornt für den Shopping-Trip in der Hotellobby. Zunächst mussten natürlich
noch Myra und Stella von Kyla über Alejandro in Kenntnis gesetzt werden.
Doch auch Myra hatte große Neuigkeiten. »Tommi hat
mir gerade erzählt, dass bei der TV-Aufzeichnung morgen Lenny Kravitz dabei sein
wird.« Die sonst so ruhige und besonnene Myra kreischte fast vor Begeisterung.
»Wie? Was? Lenny K. in der gleichen Show wie
wir?«, schrie Stella.
»Ohmegod, das darf doch nicht wahr sein«, hyperventilierte
Debbie.
Kyla sah schon fast ihre Felle davonschwimmen. Wie
sollte sie mit ihrem sexy südamerikanischen Tennisprofi gegen Lenny Kravitz
anstinken?
Sie versuchte es trotzdem. Doch Myra und Stella
zeigten Null Interesse an VIP-Karten für das Tennisturnier. So ein Abend mit
Lenny wollte schließlich vorbereitet sein! Da musste am Outfit, am Make-up, an
der Frisur und an der Gesamtausstrahlung gearbeitet werden, das konnte dann
schon mal den ganzen Tag dauern!
Zum Glück blieb Debbie bei der Stange, die Konkurrenz
um Lenny war ihr dann doch zu groß, lieber wollte sie bei den Männern, die sich
bei den Italian Open tummelten, ihr Glück versuchen.
Als sich die leichte poriomanische Hysterie in
Sachen Lenny Kravitz gelegt hatte, wollten die Porios das Hotel verlassen, um
mit dem Taxi zum Campo de' Fiori zu fahren.
Doch das Hotel zu verlassen, war leichter geplant
als getan. Vor dem Hoteleingang drängten sich Dutzende von Leuten, Blitzlicht
gewitterte und mehrere Teenies kreischten wie am Spieß.
Stella zupfte Myra am Ärmel. »Erm, wohnt Lenny
auch hier? Hat Tommi was gesagt?« Myra zuckte nur die Schultern.
Vorsichtig schoben die Porios sich aus der Drehtür
und drängten sich an die Wand.
Direkt vor ihnen parkte ein dunkler Mercedes,
dessen Seite vom Schriftzug der Italian Open geziert wurde und auf dessen
Windschutzscheibe die Worte Official Car prangten. Gerade stieg ein
junger Mann in weißem Trainingsanzug mit langen dunkelblonden Haaren aus, was
dazu führte, dass der Kreischpegel nochmals um mehrere Dezibel anstieg. Sofort
wogte die Meute auf den Tennisspieler zu. Drei Sicherheitskräfte in dunklen
Anzügen versuchten, die Menge zurückzuhalten. Doch es sah aus, als würden sie
diesen Kampf verlieren. Alle wollten den jungen Mann fotografieren, anfassen,
ansprechen, ein Autogramm ergattern ...
Jetzt stieg auch noch ein zweiter, älterer Mann
aus dem Wagen, drängelte sich durch die Fans und Journalisten, hievte zwei
große schwere Tennistaschen aus dem Kofferraum und eilte ins Hotel. Die drei
Securities schlossen einen engen Kreis um den Spieler und drängten ihn ebenfalls
Richtung Drehtür. Dabei kamen sie direkt an den Porios vorbei, die nun den
Spieler nicht nur von vorne sondern auch noch aus nächster Nähe sehen konnten.
Alle vier hielten unwillkürlich die Luft an.
»Wow«, meinte Debbie schließlich. »Habt ihr den
gesehen? Ich bin morgen definitiv beim Tennis, Tennisprofis scheinen generell
extrem gut auszusehen!«
»Das war jetzt aber nicht dein Alejo, oder?«,
wandte Myra sich fragend an Kyla. »Sonst müsste ich direkt neidisch werden.«
»Myra, vergiss nicht, du bist in festen Händen«,
mischte Stella sich ein. »Außerdem bin ich die Einzige hier in der Band, die
sich wirklich für Sport interessiert, also wenn überhaupt, dann ist das
meiner!«
»Hey, Moment mal«, protestierte Debbie.
»Davon ganz abgesehen, bin ich auch offensichtlich
die Einzige hier, die weiß, wer das gerade war«, meinte Stella und machte
genüsslich eine Kunstpause.
»Du weißt, wer das war?«, kreischte Debbie los und
machte Anstalten, Stella am Kragen zu packen und zu schütteln.
»Los, raus mit der Sprache«, forderte auch Myra.
Stella ließ sich noch ein wenig bitten, doch dann
rückte sie die so heiß begehrte Information raus. »Das war Gianni di Lucca, 19
Jahre jung, aktuell auf Platz 21 der Tennis-Weltrangliste und Italiens große
Hoffnung auf einen zukünftigen Spitzenspieler. Viele Experten sehen in ihm
einen zukünftigen Grand-Slam-Champion. Und zwar in der nicht allzu fernen
Zukunft ...«
»Was, erst 19?« Myra ließ enttäuscht die Schultern
hängen.
»Die sind aber nicht alle so jung?«, fragte Debbie
entsetzt und sah Kyla an.
Die zuckte mit den Achseln. »Also mein Alejo ist
26, alles andere interessiert mich im Moment ehrlich gesagt nicht so sehr.«
»Hui, hast du das gehört?«, fragte Stella und
knuffte Myra in die Seite. »Er hat einen Naaaaahamen! Er heißt Alejo - A-le-jo.
Und nicht Joe!«
»Kyla, du hast dich doch nicht Hals über Kopf in
so einen dahergelaufenen Tennisspieler verkuckt?«, stichelte Debbie.
Kyla errötete sanft und winkte ab. »Hört auf zu
spinnen! Wenn ihr ihn kennenlernt, werdet ihr schon sehen, dass der Name Joe
einfach nicht zu ihm passt!«
Ihre Bandkolleginnen konnten sich angesichts
dieser Aussage das kollektive Grinsen nicht verkneifen.
Kyla war dafür bekannt, dass sie ihre Groupies -
von denen es in den vergangenen Jahren wahre Heerscharen gegeben hatte - immer
alle nur Joe nannte. Der Einfachheit halber. Oder wie Kyla so schön
sagte: Was soll ich mir Namen von Typen merken, die ich nie wiedersehen
werde?
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