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Freitag, 11. April 2014

Making of … Pysanky in Buenos Aires - ein Krimimärchen - Teil 1



Ganz entspannt saß ich mit einem Buch auf einer Parkbank im Parque 3 de Febrero in Buenos Aires. Da wurde ich plötzlich aus meiner Konzentration gerissen: Zwei junge Herren stellten sich als Missionare aus der Ukraine vor und wollten mir kitschiges Kunsthandwerk (oder doch eher asiatische Massenproduktion?) andrehen.

Mein erster Gedanke war „Ich kaufe doch in Buenos Aires auf der Straße keinen Russenkitsch!“, mein zweiter Gedanke „Daraus lässt sich doch was machen!“

Nur was?

Da ich dank meiner Begegnung mit den beiden Ukrainern gelernt hatte, dass Pysanky mit spezieller Technik bemalte ukrainische Ostereiner sind, stand zumindest der Titel schnell fest: Pysanky in Buenos Aires.

Ebenfalls ziemlich schnell hatte ich die Idee, dass diese Pysanky nicht das sind, was sie zu sein vorgeben. Und irgendwie war da auch schon von Anfang an dieses Gefühl, dass diese Story märchenhafte Züge haben müsste. Aber wie das alles umsetzen?

Die Entwicklung von Pysanky in Buenos Aires zog sich über mehrere Monate. Ziemlich früh erarbeitete ich Carmelitas Charakter, dann folgten Liliana und ihre Freunde. Nach langem Hin‑ und Herüberlegen, umfangreichen Recherchen und zahllosen Plotentwürfen, von denen viele wieder verworfen wurden, stand dann endlich das Konzept.

Da ich ja immerhin schon fünf Mal in Buenos Aires war, waren die Schauplätze kein großes Problem, da hatte ich reichlich eigene Fotos und Videos. Hintergrundinfos benötigte ich vor allem zum Thema Cartoneros und natürlich wollte ich auch ganz genau wissen, was denn so eine Pysanka ist.

Das Ergebnis meiner Recherchen folgt in Teil 2 ...

Mittwoch, 9. April 2014

Serien Killer-Challenge 2014 - 1. Quartal

http://martinabookaholic.wordpress.com/2013/10/06/challenge-serienkiller-2014-buchreihen-beenden-challenge/

Von meinem ehrgeizigen Ziel mit 39 Büchern habe ich zwar noch nicht allzu viele geschafft, aber immerhin habe ich die erste Serie gekillt! Bei Liza Marklunds Romanen mit Annika Bengtzon bin ich jetzt auf dem aktuellen Stand.

Weißer Tod hat mich nicht komplett vom Hocker gerissen, war aber wenigstens nicht gar so grausam, wie ich es nach der Lesung mit Frau Marklund vor anderthalb Jahren befürchtet hatte. Im Moment liest meine Mutter das Buch und findet es auch „ein wenig seltsam“.

Ansonsten habe ich seit dem 1. Januar noch die folgenden Bücher von meiner Challenge-Liste gelesen:

Notorious Nineteen von Janet Evanovich - lustig wie (fast) immer, freue mich schon auf Takedown Twenty;

Shatter the Bones und Close to the Bone von Stuart MacBride - genial wie immer; außer der Reihe las ich noch Birthdays for the Dead von ihm und das ist vielleicht mal fies!;

Der Feind im Schatten von Henning Mankell - der letzte Wallander und soooo traurig;

Grappas Gespür für Schnee und Grappa und die keusche Braut von Gabriella Wollenhaupt - gewohnt bissig, sarkastisch, unterhaltsam, freue mich auf die nächsten drei Grappas.

Das wären dann also „7 down, 32 to go“. Einige davon liegen schon auf meinem SuB und dann war ich auch heute noch sehr erfolgreich in der Bücherei unterwegs und habe gleich drei Bücher von meiner Liste ergattert - alle im englischen Original!


Montag, 7. April 2014

Montagsfragen mit Recherche und nie wieder

Montagsfragen

Die Montagsfrage von Schreibwahnsinn lautet heute:

Wie intensiv recherchierst du?

Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte … Das Foto oben zeigt mich mit einem Ordner voller Recherchematerial (das Foto ist alt, der Ordner ist mittlerweile noch besser gefüllt). Und ja, das ist alles für EIN Buch. Allerdings handelt es sich auch um ein Sachbuch.

Für Romane und Kurzgeschichten ist das mit der Recherche bei mir ganz unterschiedlich. In der Regel will ich aber immer alles ganz genau wissen. Vor allem was die Schauplätze angeht - da fahr ich am liebsten hin und schau mich vor Ort um! Das am besten, nachdem ich die Erstfassung geschrieben habe, damit ich genau weiß, auf was ich besonders achten muss.

Libromanies heutige Frage ist auch sehr interessant:

Von welchem/welcher Autor/in wirst du nie wieder ein Buch in die Hand nehmen?

Da gibt es nach ein wenig Überlegen dann doch einige …

Zuerst einmal all die, an deren Namen ich mich schon gar nicht mehr erinnere, weil ich ihr jeweiliges Buch gar nicht schnell genug weglegen und aus meinem Gedächtnis streichen konnte …

Ansonsten habe ich zwei Bücher von Karen Slaughter gelesen und mein Fazit lautet: NEVER AGAIN!!! Wenn ich die genauen Gründe darlegen würde, müsste ich Belladonna spoilern und das mach ich nicht, vielleicht will das ja noch jemand lesen.

Die Bücher von Donna Leon lese ich auch nicht mehr, weil ich finde, dass die Reihe stark nachlässt. Ähnlich geht es mir mit Patricia Cornwell - da will ich allerdings demnächst mal ein paar der frühen Scarpetta-Romane nochmal lesen … um herauszufinden, ob’s an mir liegt, dass mir ihre Bücher nicht mehr gefallen, oder ob die früher wirklich besser waren.




Donnerstag, 3. April 2014

Montagsfragen mit Charakter





Aufgrund allgemeiner Überlastung mal wieder mit Verspätung: meine Antworten auf die Montagsfragen dieser Woche.

Schreibwahnsinn wollte wissen:

Wer ist dein absoluter Lieblingscharakter aus deinen Schreibprojekten?

Einen absoluten Lieblingscharakter habe ich nicht. Im Moment begeistere ich mich am meisten für Jamie, der in meiner Kurzgeschichte Tin Pan Alley seinen ersten Auftritt haben wird. Danach taucht er auch noch in Capital Porios auf.

Jamie basiert auf einer realen Person - wobei es sich da hauptsächlich um Äußerlichkeiten handelt, alles was in die Tiefe geht, entspringt natürlich ganz und gar meiner Fantasie.

Und die Frage von Libromanie war:

Gehst du gerne zu Lesungen?

Ja, sehr gerne sogar. Leider habe ich im Moment sehr wenig Zeit, sodass ich dieses Jahr bis jetzt bei keiner einzigen Lesung des Münchner Krimifestivals war.


Einige Berichte über Lesungsbesuche finden sich ja auch hier auf meinem Blog, z. B. Val McDermid, Jussi Adler Olsen, Wladimir Kaminer und John Irving.

Montag, 24. März 2014

Montagsfragen mit Notizbüchern und Beweggründen



Bei Schreibwahnsinn drehte sich die heutige Montagsfrage um Handwerkszeug. Genauer gesagt um Notizbücher:

Wie viele Notizbücher besitzt Du und wofür benutzt Du sie?

Wie? Soll ich jetzt losziehen und die alle zählen? Ich liebe Notizbücher und dementsprechend viele besitze ich. Auf dem Foto oben sind nur die elf Exemplare zu sehen, die auf meinem Fensterbrett auf Einsatz warten.

Ansonsten habe ich einen Stapel (ja, ein ganzer Stapel, das war mal ein Vorratskauf!) kleiner Notizhefte von Muji, davon ist eines immer mit dabei, egal wohin ich gehe. Man weiß ja schließlich nie, wann einen Ideen überfallen.

Ansonsten habe ich für jedes Buchprojekt ein größeres Notizbuch UND einen Collegeblock, da ich ja sehr gerne von Hand schreibe - immer nur am Laptop sitzen ist mir auf Dauer zu öde, vor allem, weil ich das ja schon bei meinem Day Job tun muss …

Dann habe ich noch zwei bis drei Tagebücher (Warum mehr als eins? Lange Geschichte …) und ein Notizbuch für Rezensionen. (Abgesehen davon gibt es für oben erwähnten Day Job natürlich auch noch ein Auftragsbuch. Und ein großes Notizbuch für "Vokabeln" habe ich auch noch!)

Also, wie gesagt: Zählen is nich!

Libromanie wollte heute wissen:

Warum schreibst Du Rezensionen?

Hm ja, warum eigentlich? Allzu viele Rezensionen schreibe ich ja gar nicht … Und wenn ich welche schreibe, dann meistens für Indie Autoren.

In erster Linie schreibe ich natürlich Rezis, um meine Meinung kund zu tun. Ein weiterer, eher ungewöhnlicher Grund ist, dass ich seit einiger Zeit bei Netgalley bin. Und da dort das Prinzip "gratis Buch im Gegenzug für eine ehrliche Rezension" gilt, halte ich mich da natürlich dran, will ja schließlich noch mehr Bücher bekommen.






Freitag, 21. März 2014

2. Leseprobe aus Pysanky in Buenos Aires - Ein Krimi-Märchen


Carmelita blinzelte. Blass fiel die Morgensonne durch das vorhanglose Fenster. Ihre große Schwester Sofía zog Carmelita das Hemd weg, mit dem sie sich in Ermangelung einer Bettdecke zugedeckt hatte.
»Zeit zum Aufstehen, Carmelita.«
Carmelita gähnte und rollte von ihrer gestreiften Matratze. Langsam trottete sie ins Bad und schlug halbherzig nach einigen der umherschwirrenden Fliegen. Vor dem fast blinden, fleckigen Spiegel kämmte sie sich sorgfältig.
Wieder zurück im Schlafzimmer, das sie sich mit ihren Geschwistern teilte, zog Carmelita sich rasch an. Dann holte sie eine kleine silberne Digitalkamera aus einem Fach des überquellenden, altersschwachen Kleiderschrankes. Dieser Schrank enthielt einen Großteil der Besitztümer der sechsköpfigen Familie und ächzte förmlich unter der Last von Kleidungsstücken, Schachteln, Dosen und anderen Gegenständen.
Mit einem leisen Pling schaltete sich die Kamera ein und auf dem Display erschienen Carmelitas nackte Füße und der staubige Fußboden. Sie kicherte und drehte an dem Rädchen, das sich oben rechts an der Kamera befand. Ihre Füße wurden größer. Gerade wollte Carmelita auf den Auslöser drücken, da wurde ihr der Fotoapparat aus der Hand gerissen.
»Das ist kein Spielzeug für kleine Kinder«, schimpfte ihr großer Bruder Jorge. Jorge war schon fünfzehn und durfte - wie Carmelita fand - alles. Carmelita war acht und durfte nichts. Zornestränen brannten hinter ihren Augen. Sie schluckte, wollte sich nichts anmerken lassen.
»Aber ich hab die Kamera gefunden«, protestierte Carmelita und wollte nach dem Fotoapparat greifen, der so hübsch silbern glänzte. Gut, das Gehäuse war ein wenig zerschrammt und das Display hatte einen kleinen Sprung, aber trotzdem erschien Carmelita die kleine Digitalkamera wie ein wertvoller Schatz. Ein Schatz, den sie gefunden hatte! Also wollte sie auch damit spielen!
Doch ihr Griff nach der Kamera ging ins Leere, Jorge hob sie hoch, außer Reichweite seiner kleinen Schwester. Ohne Carmelita eines weiteren Blickes zu würdigen, schaltete Jorge die Kamera aus und verstaute sie im obersten Fach des Schrankes, wo Carmelita nicht an sie herankam. Dann packte er Carmelita mit beiden Händen an den Schultern und schob sie vor sich her.
»Los jetzt, wir müssen zur Arbeit.«


Wenig später standen Carmelita, Sofía und Jorge im Zug, der sie in die Innenstadt von Buenos Aires brachte. An den meisten Tagen und Abenden sammelten sie Papier, Pappe und leere Plastikflaschen im Microcentro, die sie dann nach Gewicht an Recyclinghändler verkauften. Doch heute trugen sowohl Sofía als auch Jorge schwere Umhängetaschen, die vollgestopft waren mit Stadtplänen und Fremdenführern über Buenos Aires. Diese wollten die Geschwister heute in der Subte verkaufen.



Pysanky in Buenos Aires ist überall dort erhältlich, wo es eBooks gibt. Zum Beispiel bei amazon:
http://amzn.to/1oTwWnA

Montag, 17. März 2014

Montagsfragen mit Fotos und Rezensionen



Die heutige Montagsfrage von Schreibwahnsinn lautet:

Suchst Du Bilder für Deine Charaktere (z. B. Schauspieler, Models etc.)?

Nein. Ganz ehrlich gesagt, bin ich bisher auch überhaupt noch nie auf die Idee gekommen, das zu tun.

Und Libromanie wollte heute wissen:

Liest Du die Rezensionen zu einem Buch vor oder nach dessen Lektüre?

Ich lese sehr selten Rezensionen, aber auf gar keinen Fall vorher. Entweder ich weiß sowieso schon, dass ich ein Buch lesen will (sei's wegen des Themas des Buches oder weil ich den Autor schon kenne und mag), dann brauch ich keinerlei "Entscheidungshilfe" mehr, oder ein Buch sieht für mich interessant aus, ich bin mir aber nicht sicher, ob das was für mich ist, dann lese ich die ersten paar Seiten des Buches, keine Rezensionen.

Rezensionen von Filmen und Theaterstücken lese ich generell immer erst hinterher, weil ich vollkommen unvoreingenommen sein will, wenn ich mir den Film oder das Stück ansehe, bei Büchern ist das ähnlich.