Das ungewöhnliche Ermittlerpaar Anne Steinbach und Paul
Wagner - sie eine ehemalige Polizistin, er Priester - untersucht seinen zweiten
Fall: Eine junge Frau wurde bestialisch ermordet. Nicole Schneider hatte in
einem Krankenhaus in der Verwaltung gearbeitet und stand kurz davor, Nonne zu
werden (daher also der Titel).
Die Ermittlungen von Anne und Paul konzentrieren sich
zunächst auf Nicoles Arbeitsumfeld, doch schnell landen die beiden auch im
Umfeld einer Motorradgang, deren Mitglieder in Rauschgifthandel und
Prostitution verwickelt sind. Kann es wirklich sein, dass einer dieser
Motorradgangster mit Nicole befreundet war?
Der Roman ist sehr unterhaltsam, die Autorin hat viele
abwechslungsreiche Actionszenen eingebaut, doch auch Zwischenmenschliches ‑ wie
z. B. die interessante Beziehung zwischen Anne und Paul ‑ kommt nicht zu
kurz. Insgesamt haben mir auch die einzelnen Charaktere (auch Nebendarsteller
wie Prof. Satorius und sein Freund Lorenzo) sehr gut gefallen.
Die Tränen der toten Nonne liest sich sehr schnell und
flüssig, ist logisch und kurzweilig aufgebaut und die Autorin arbeitet auch
sehr geschickt mit Foreshadowing/Payoff. Dabei gefiel mit der Twist am Schluss
besonders gut. Ich fand nur das Ende ein wenig abrupt, hier hätte ich mir noch
einen kurzen Epilog gewünscht (vielleicht auch mit einer kleinen weiteren
Andeutung, wie das mit Anne und ihrer Tochter weitergehen könnte).
Heute ist mein letzter Vorbereitungstag auf November! Morgen
tagsüber wird entspannt und ab Mitternacht wird geschrieben, dann fällt endlich
der Startschuß für Capital Porios!
Einen richtigen Schreibplan für November habe ich nicht,
aber mein Ziel ist es, 3.000 Wörter am Tag zu schaffen, da ich im November so
viele Termine habe, dass ich an einigen Tagen wenig bis gar nicht zum Schreiben
kommen werde.
In Scrivener habe ich dieses Tagesziel bereits eingegeben
(die 5 "bereits geschriebenen" Wörter sind übrigens nur der Titel und
mein Name, nicht dass noch jemand denkt, ich würde schummeln und hätte schon
angefangen). Natürlich habe ich nicht vor, die 3.000 Wörter in einer Sitzung zu
schreiben, ich dachte da eher an 6 WordWars à 15 Minuten pro Tag. An Tagen, an
denen es schlecht läuft, werde ich auf jeden Fall ständig im NaNo-WordWar-Forum
eingeloggt sein … oder auf Twitter nach Schreibpartnern suchen …
Was ich heute noch tun werde: Diverse fliegende Notizzettel
einsammeln und eine Liste mit Belohnungen erstellen, die ich mir jeweils gönnen
werde, wenn ich bestimmte Zwischenziele erreiche. Motivation ist schließlich
alles im November!
Wieder einmal (wir erschienen bereits
zum dritten Mal, sind also echte Wiederholungstäter) sehr lustig war
die Lesung von Val McDermid. Wie letztes Mal fand die Lesung auch
gestern Abend im Sektionshörsaal des Instituts für Rechtsmedizin
statt. Heute war als Special Guest auch noch Prof. Dr. Penning
anwesend, den durften wir zwar auch schon einmal erleben (bei der
Lesung von Eoin Colfer, wenn ich mich recht erinnere), aber nachdem
er uns damals so begeistert hatte, freuten wir uns schon wieder sehr
darauf, endlich einmal den Unterschied zwischen einem Rechtsmediziner
und einem Pathologen anständig erklärt zu bekommen. Besonders viele
Lacher erntete gestern Abend die Frage, ob er denn selbst manchmal
auch gerne à la Dexter in seiner Freizeit “für Gerechtigkeit
sorgen” würde. Antwort: Nein, wenn dann würde er damit im
Familienkreise anfangen …
Nach dieser (fast zu) kurzen Einleitung
begann dann die eigentliche Lesung. Wie bereits das letzte Mal war
Boris Aljinovic als deutsche Stimme dabei und Margarete von
Schwarzkopf moderierte den Abend. Dieses Mal ging es um Vals – in
Deutschland – aktuellstes Buch “Der Verrat”. Ich hatte es ja
vor einigen Wochen auf Englisch gelesen und war ganz und gar nicht
glücklich über die Auflösung … Die vorgelesenen Stellen stammten
aber zum Glück alle vom Anfang des Buches und davon abgesehen gehe
ich ja nicht wegen dem Vorlesen zu Lesungen, sondern wegen dem
Gequatsche drumrum.
Das war auch gestern wieder sehr
unterhaltsam. Boris Aljinovic hatte die letzte Nacht in Erfurt im
Hotel in der Hochzeitssuite mit Wasserbett verbracht und hatte in
Fulda am Bahnhof extra für den gestrigen Abend einige
Beschimpfungen, die in der deutschen Übersetzung des Buches arg zahm
rüberkamen, “überarbeitet”.
Val McDermid berichtete über die
harten Recherchearbeiten zu Vanishing Point (so der Originaltitel):
Da es um einen C-Promi geht, sah sie sich gezwungen einige
“Auto”biographien von Pseudostars zu lesen und auch mehrere Trips
zum Friseur und Zahnarzt waren nötig, um die Zeitschriften zu
studieren, die bekanntlich nur dort im Wartezimmer zu haben sind!
Außerdem kam die Sprache auch auf das
Kinderbuch, das Val vor einigen Jahren veröffentlicht hat. Sie hatte
nie vor, unter die Kinderbuchautoren zu gehen, doch eines Tages
meinte ihre Agentin “Wenn jetzt sogar schon Madonna ein Kinderbuch
herausbringt, kannst du das erst recht.” Sie schickte ihrer Agentin
dann ein langes Gedicht, dass sie sich für ihren Sohn ausgedacht
hatte, um ihn auf längeren Autofahrten ruhig zu stellen. Eigentlich
war Vals Absicht, ihre Agentin mit diesem Epos über das angebliche
Piratendasein ihrer Mutter, von der Kinderbuchidee abzubringen. Der
Schuß ging natürlich nach hinten los, ihre Agentin fand das Gedicht
ganz toll und so wurde es nach Überarbeitung auch tatsächlich mit
Illustrationen versehen und veröffentlicht.
Ganz anders lief es bei Vals
allererstem Buch, das sie mit 20 geschrieben hatte – da kamen
postwendend Absagen von allen Verlagen, denen sie das Manuskript
geschickt hatte. Sie behauptete, irgendwann hätte sie sogar das
Gefühl gehabt, es kämen Absagen von Verlagen, denen sie ihr Buch
gar nicht angeboten hatte.
Zum Thema Schreiben wurde Val dann noch
gefragt, ob sie sich denn ihre Texte auch laut vorliest, um zu
überprüfen, ob die Dialoge gut klingen, und ob sie bei der Arbeit
Musik hört. Die Antworten auf diese Fragen finden sich in meinem
kurzen Video:
Mein Wunsch für die nächste
Val-McDermid-Lesung wäre jetzt nur noch: Bitte mit einem
Tony-Hill-Buch im Gepäck nach München kommen!
Wie die Zeit vergeht, wenn man Spaß
hat … Und schon wieder ist Montag und paperthin stellte heute eine
gaaaanz leicht zu beantwortende Montagsfrage:
Zu welcher Tageszeit liest du am
liebsten?
Nachts im Bett, vorm Einschlafen.
Vorher bin ich meistens zu sehr mit anderen Dingen beschäftigt …
Aber nachts lese ich, bis mir die Augen zufallen und das Buch aus der
Hand … das wird schwierig, jetzt wo ich einen Kindle habe –
hoffentlich hält der das aus!
Bei Schreibwahnsinn dreht sich zur Zeit
alles um NaNoWriMo und so lautete auch die heutige Montagsfrage
passend dazu:
Hast du schon einmal den NaNoWriMo
gewonnen und nimmst du dieses Jahr wieder teil?
Ebenfalls sehr leicht zu beantworten:
Ja und ja.
Dass ich mich bereits fleissig auf den
diesjährigen NanoWriMo vorbereite, ist ja unschwer zu übersehen.
Erfolgreich beenden konnte ich den NaNo bisher drei Mal, hoffenlich
klappt's diesen November ein viertes Mal!
The Madman's Tale von John Katzenbach war zwar toll
recherchiert und wartete mit sehr ausgefeilten Charakteren auf. Trotzdem wurde
ich mit dem Buch nie wirklich warm und die Jagd nach einem Mörder in der Nervenheilanstalt
konnte mich nie wirklich fesseln. Außerdem war der Roman mit fast 600 Seiten
doch verdammt lang - und die Tatsache, dass eine der Erzählperspektiven
komplett in Kursivschrift gesetzt war, trug auch nicht gerade zum Lesevergnügen
bei!
The One You Love von Paul Pilkington las sich sehr flott und
dank zahlreicher Cliffhanger auch ziemlich spannend. Allerdings hätten die
Charaktere ein bisschen mehr Tiefe vertragen können (und es wäre z. B. auch gut
gewesen, ein wenig mehr von der Beziehung zwischen Emma und Dan zu erfahren,
das hätte die Spannung deutlich erhöht) und teilweise verlor der Autor sich ein
wenig in Überflüssigkeiten (ich muss nicht unbedingt wissen, dass jemand zwei
Mal an der Tür klingelt, wenn er einen Besuch macht).
Gehört:
Die autorisierte Fortsetzung des Kinderbuchklassikers von
Geraldine McCaughrean, Peter Pan in Scarlet, begleitet mich zur Zeit auf meinem
mp3-Player (fast) überallhin. Gerade am Ende der 1. CD angekommen und die
Protagonisten von früher sind gerade in Neverland angekommen, wo sie einen
ziemlich schlecht gelaunten Peter Pan vorfinden … bin gespannt, wie sich das
noch entwickeln wird.
Geschrieben:
Nein, meine Novelle ist immer noch nicht ganz fertig, als
nächstes steht die Szene mit dem großen Showdown an, das dauert jetzt halt grad
noch ein wenig … Dafür sind meine NaNoWriMo-Vorbereitungen so gut wie
abgeschlossen.
Nachdem ich gestern vor allem an meiner Novelle gearbeitet
habe (über 2.000 neue Wörter geschafft und das Ende ist in greifbare Nähe
gerückt), kam die NaNo-Prep ziemlich kurz. Witzigerweise fand ich aber einen
Blogpost mit der Überschrift "25 Things To Know About Writing The FirstChapter". Dieser Post kam mir natürlich sehr gelegen, da ich ja im Moment
daran laboriere, den richtigen Einstieg für Capital Porios zu finden. Das Lesen
dieses Blogposts war dann aber auch alles, was ich gestern für meine
November-Vorbereitungen getan habe. Doch die Lesezeit hat sich wohl ausgezahlt:
Ich hatte eine ganz gute Idee für meinen Einstieg … mal sehen, ob ich diese
Idee am 31. Oktober um 00:00:01 verwenden werde oder nicht.
Heute machte ich erstmal einen Spaziergang und dachte dabei
über meine Subplots nach, dabei kam allerdings nicht viel rum. Drum mache ich
es mir jetzt auf der Couch bequem und lese erst noch einmal meinen bisherigen
Plotplan durch und dann geht's ans Brainstorming …
Heute fand ich auf meiner Festplatte eine vor längerer Zeit
gespeicherte Vorlage eines sogenannten Beat Sheet.
Da ich Formulare dieser Art liebe, machte ich mich gleich
daran, es für Capital Porios auszufüllen - im November werde ich schließlich
alle nur erdenlichen Hilfsmittel brauchen können, damit ich meine 50.000 Wörter
schaffe.
Die ursprüngliche Vorlage stammt von der Drehbuch-Website Save the Cat und ist
ein Excel-Dokument. Das Besondere: Die Tabelle listet nicht nur all die
Bestandteile auf, die ein Roman haben sollte (der klassischen 3-Akt-Struktur
folgend), sondern berechnet nach Eingabe der Gesamtwortzahl auch noch, wie
viele Wörter man ungefähr für welchen Teil schreiben sollte.
Beispiel: Für die Eröffnungsszene, die die allgemeine
Stimmung und den Ton des Romans vorgibt, wird bei einem Ziel von 50.000 Wörtern
vorgeschlagen, 500 Wörter zu schreiben.
Natürlich werde ich mich nicht 100%ig an diese Vorlage
halten - so ein Chick-Lit-Krimi ist schließlich keine mathematische Operation!
Aber die Beschreibungen der einzelnen Punkte liefern auf jeden Fall
interessante Denkanstöße.
Im Moment hänge ich noch ganz am Anfang, da ich nämlich
schon seit Tagen auf der Suche nach meiner Eröffnungsszene bin! Hmmm … "a
before snapshot" - was könnte das für Capital Porios wohl sein?