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Freitag, 30. November 2018

Jo Nesbø bei der Münchner Bücherschau


Gestern Abend stellte Jo Nesbø im Gasteig seinen Roman Macbeth vor, eine Neuerzählung des Theaterstückes von Shakespeare. Natürlich wurde er vom Moderator des Abends zuallererst gefragt, wie es denn zu diesem Buch kam.

Es war tatsächlich nicht Nesbøs eigene Idee, sich dieses klassischen Stoffes anzunehmen, er wurde von einem Verlag darauf angesprochen. 2016, anlässlich des 400. Todestages von William Shakespeare trat der Hogarth Verlag an mehrere Autoren heran und bat sie, Shakespeare-Stoffe neu zu bearbeiten. Nesbøs erste Reaktion war sogar, dass er dieses Angebot ablehnen wollte, da es ihm beim Schreiben vor allem darum geht, eine Story zu entwickeln … und in diesem Falle war die Story ja schon da! 

Er meinte, normalerweise benötige er ungefähr ein halbes Jahr, um eine Synopsis für ein neues Buch zu schreiben und hier hätte es sich angefühlt, als habe jemand anders diese Synopsis für ihn geschrieben.

Warum er sich dann schließlich doch dieses Projektes annahm, hat viel mit Roman Polanskis Verfilmung von Macbeth zu tun. Dieser Film weckte erstmals Nesbøs Interesse an Shakespeare und so versuchte er im Alter von 14, 15 Jahren Macbeth im Original zu lesen, kam damit aber nicht weit und griff zur norwegischen Übersetzung.

Für seinen Roman hat er die Handlung in die 1970er Jahre und in die fiktive Stadt Capital verlegt. Dort geht es ziemlich düster zu, als Inspiration für Capital dienten unter anderem Newcastle (wie im Film Get Carter mit Michael Cane dargestellt) und das norwegische Bergen.

Hauptfigur Macbeth gehört einer Spezialeinheit der Polizei von Capital an und kämpft zu Beginn des Buches vor allem gegen eine Motorradgang. Um die Halluzinationen und Prophezeiungen des Originalstückes zu übertragen, machte Nesbø seinen Macbeth zu einem Drogensüchtigen. Die berühmten drei Hexen Shakespeares sind in seinem Buch drei Drogenköchinnen, ihre Prophezeiungen sind Drohungen.

Nesbø meinte, sein Buch folge dem Stück fast Szene für Szene. Außerdem sei in diesem Falle das Schreiben nach dem Motto »no fear, just fun« vor sich gegangen.

Leider habe ich das Buch noch nicht gelesen und werde auch so schnell nicht dazu kommen (schneller Blick auf den SuB - vielleicht in einem Jahr oder so?), denn obwohl Macbeth Shakespeares kürzestes Stück ist (es wird ja sogar spekuliert, dass es unvollendet ist), hat Nesbøs Roman um die 600 Seiten. Angeblich sind es auf norwegisch nur ca. 500 Seiten, aber das hilft mir natürlich nicht weiter …

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