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Freitag, 18. April 2014

Making of … Pysanky in Buenos Aires - ein Krimimärchen - Teil 2

Was sind denn bitte Pysanky?

Bis vor einem Jahr hatte ich diesen Begriff auch noch nie gehört. Doch dann klärten mich zwei junge ukrainische Missionare in Palermo, Buenos Aires, auf.

Pysanky sind ukrainische Ostereier, die sich von den bei uns üblichen Ostereiern durch ihre komplizierte Einfärbetechnik und die aufwändigen, oft symmetrischen, Muster, mit denen sie verziert werden, unterscheiden.

Pysanky werden in mehreren Arbeitsgängen gefärbt, wobei mit der hellsten verwendeten Farbe begonnen wird. Zwischen den einzelnen Färbegängen wird ein Teil des Motivs mit einem besonderen Stylus (genannt Kistka) in Wachs auf das Ei gemalt oder vielmehr geschrieben (der Begriff Pysanky kommt von pysati, was schreiben bedeutet), sodass das Wachs immer den Teil der Farbe bedeckt, der im späteren Muster erhalten bleiben soll.

Sobald das Ei mit allen vorgesehenen Wachsmustern bedeckt ist, wird es in der dunkelsten Farbe eingefärbt und dann wird das Wachs abgeschmolzen, um das fertige Pysanky in seiner ganzen Farbenpracht freizulegen.

Der Brauch, Ostereier auf diese Weise einzufärben, entstand bereits vor langer Zeit. Mit Natursymbolen dekorierte Eier spielten bei zahlreichen Frühlingsritualen eine große Rolle und wurden auch als Glücksbringer angesehen. Pysanky sollen auch böse Geister, Blitz, Feuer und andere Katastrophen fernhalten.

Hochwertige Pysanky sind beliebte ‑ und oft auch teure ‑ Sammelobjekte. Außerdem gibt es zahlreiche andere Verwendungen von Motiven, die für Pysanky typisch sind, zum Beispiel als Schmuck oder Stoffdesign.

Wem die Pysanky auf dem Cover von Pysanky in Buenos Aires zu undeutlich sind, kann hier einige besonders schöne Exemplare bewundern: http://www.thingography.com/pysankyeggs/

Falls jetzt kurz vor Ostern sogar jemand Lust bekommen hat, sich selbst in der Pysanky-Herstellung zu versuchen, gibt es hier ein Video mit einer Schritt-für-Schritt-Anleitung: http://www.youtube.com/watch?v=0EVxabROZGQ

Und wer wissen will, was man mit Pysanky sonst noch so alles anstellen kann, sollte Pysanky in Buenos Aires lesen!


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