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Montag, 28. Oktober 2013

Val McDermid-Lesung


 

 

Wieder einmal (wir erschienen bereits zum dritten Mal, sind also echte Wiederholungstäter) sehr lustig war die Lesung von Val McDermid. Wie letztes Mal fand die Lesung auch gestern Abend im Sektionshörsaal des Instituts für Rechtsmedizin statt. Heute war als Special Guest auch noch Prof. Dr. Penning anwesend, den durften wir zwar auch schon einmal erleben (bei der Lesung von Eoin Colfer, wenn ich mich recht erinnere), aber nachdem er uns damals so begeistert hatte, freuten wir uns schon wieder sehr darauf, endlich einmal den Unterschied zwischen einem Rechtsmediziner und einem Pathologen anständig erklärt zu bekommen. Besonders viele Lacher erntete gestern Abend die Frage, ob er denn selbst manchmal auch gerne à la Dexter in seiner Freizeit “für Gerechtigkeit sorgen” würde. Antwort: Nein, wenn dann würde er damit im Familienkreise anfangen …

Nach dieser (fast zu) kurzen Einleitung begann dann die eigentliche Lesung. Wie bereits das letzte Mal war Boris Aljinovic als deutsche Stimme dabei und Margarete von Schwarzkopf moderierte den Abend. Dieses Mal ging es um Vals – in Deutschland – aktuellstes Buch “Der Verrat”. Ich hatte es ja vor einigen Wochen auf Englisch gelesen und war ganz und gar nicht glücklich über die Auflösung … Die vorgelesenen Stellen stammten aber zum Glück alle vom Anfang des Buches und davon abgesehen gehe ich ja nicht wegen dem Vorlesen zu Lesungen, sondern wegen dem Gequatsche drumrum.

Das war auch gestern wieder sehr unterhaltsam. Boris Aljinovic hatte die letzte Nacht in Erfurt im Hotel in der Hochzeitssuite mit Wasserbett verbracht und hatte in Fulda am Bahnhof extra für den gestrigen Abend einige Beschimpfungen, die in der deutschen Übersetzung des Buches arg zahm rüberkamen, “überarbeitet”.

Val McDermid berichtete über die harten Recherchearbeiten zu Vanishing Point (so der Originaltitel): Da es um einen C-Promi geht, sah sie sich gezwungen einige “Auto”biographien von Pseudostars zu lesen und auch mehrere Trips zum Friseur und Zahnarzt waren nötig, um die Zeitschriften zu studieren, die bekanntlich nur dort im Wartezimmer zu haben sind!

Außerdem kam die Sprache auch auf das Kinderbuch, das Val vor einigen Jahren veröffentlicht hat. Sie hatte nie vor, unter die Kinderbuchautoren zu gehen, doch eines Tages meinte ihre Agentin “Wenn jetzt sogar schon Madonna ein Kinderbuch herausbringt, kannst du das erst recht.” Sie schickte ihrer Agentin dann ein langes Gedicht, dass sie sich für ihren Sohn ausgedacht hatte, um ihn auf längeren Autofahrten ruhig zu stellen. Eigentlich war Vals Absicht, ihre Agentin mit diesem Epos über das angebliche Piratendasein ihrer Mutter, von der Kinderbuchidee abzubringen. Der Schuß ging natürlich nach hinten los, ihre Agentin fand das Gedicht ganz toll und so wurde es nach Überarbeitung auch tatsächlich mit Illustrationen versehen und veröffentlicht.

Ganz anders lief es bei Vals allererstem Buch, das sie mit 20 geschrieben hatte – da kamen postwendend Absagen von allen Verlagen, denen sie das Manuskript geschickt hatte. Sie behauptete, irgendwann hätte sie sogar das Gefühl gehabt, es kämen Absagen von Verlagen, denen sie ihr Buch gar nicht angeboten hatte.

Zum Thema Schreiben wurde Val dann noch gefragt, ob sie sich denn ihre Texte auch laut vorliest, um zu überprüfen, ob die Dialoge gut klingen, und ob sie bei der Arbeit Musik hört. Die Antworten auf diese Fragen finden sich in meinem kurzen Video:



 

Mein Wunsch für die nächste Val-McDermid-Lesung wäre jetzt nur noch: Bitte mit einem Tony-Hill-Buch im Gepäck nach München kommen!


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